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Weihnachtszeit in anderer Kultur

 

29.12.2017

2 Tage nach der Weihnachtsfeier, also am 24. Dezember kam Sellis Familie an. Da Weihnachten in Deutschland an diesem Tag auch gefeiert wird, haben wir uns am Abend gemütlich zusammen gesetzt, eine Geschichte gelesen, Lieder gesungen und eine kleine Bescherung gemacht. Ganz besonders waren für Selli und mich die Plätzchen, die ihre Familie mitgebracht hat.

 

Am 25. Dezember (in Indien der Tag, an dem Weihnachten gefeiert wird), wurden wir am Nachmittag von einer Lehrerin an unserer Schule zu sich eingeladen. In der Nähe von ihrem Haus fand eine Veranstaltung für alte und behinderte Menschen und kleine Kinder statt. Ihr Sohn hatte einen Tanzauftritt. Auch wir wurden dazu aufgefordert ein Lied für die Menschen zu singen. Es war wirklich sehr nett und amüsant. Da unser Besuch aus Deutschland durch den Jetlag, das Klima und der unterschiedlichen Kultur schnell müde wurde, machten wir uns recht bald auf den Rückweg.

 

Am nächsten Tag zeigten wir ihnen unser Umfeld, bzw. die Stadt Madurai. Durch ihre Familie wurde man stückweit in die Anfangszeit zurück versetzt und man betrachtete alles durch andere Augen, mehr als Tourist. Eine sehr chaotische, laute und kunterbunte Stadt-und unser Hostel mittendrin.

 

Ganz spontan entschied ich mich dafür mit ihrer Familie (Eltern, kleine Schwester und Freund) nach Munnar mit zu reisen. Es war ein wirklich kleiner Ausflug- für 2 Tage. Dennoch habe ich die Zeit sehr genossen. Da in Munnar ein Lehrer von unserer Schule Verwandtschaft hat (sein Heimatsort), fühlt er sich sofort verantwortlich sich um uns zu kümmern und alles für uns zu organisieren. In der kurzen Zeit wurden wir in 3 verschiedenen Häusern eingeladen, besuchten ein Museum über die Teeplantagen, machten Spaziergänge durch die Landschaft bzw. Teeplantagen und einen Motorradtrip. Leider schafften wir es nicht eine Teefabrik zu besuchen, da sehr viele Menschen in der Zeit unterwegs waren und es auch zeitlich ungeschickt war. In der Weihnachtszeit sind auch die Unterkünfte sehr teuer. Deshalb entschieden wir uns zu 6. in einem kleinen Raum zu schlafen. Da es nachts sehr kalt wird, wurde es immerhin etwas kuschelig.

 

Am 28. kam schließlich Sellis Freund Joshua noch dazu. Er feierte in Deutschland mit seiner Familie zusammen Weihnachten, deshalb ist er später als die anderen nach Indien gereist. Nun geht es vom 29.12 bis zum 5.01 auf längere Reise zusammen.

 

Auf einer Seite freue ich mich total für Selli, dass ihre Familie und Freund sie besuchen kommen. Es ist jedoch nicht immer ganz einfach, dass so viele Menschen für sie hergekommen sind, während meine Familie und Freunde keine Möglichkeit haben mich besuchen zu kommen während meines gesamten Freiwilligendienstes. Hinzu kommt, dass 4 verschiedene Pläne für meine Weihnachtsferien gecancelt wurden. Zuerst wollte ich mit Anna, der 3. Mitvolontärin und ihrer Familie reisen. Allerdings musste sie Indien aufgrund ihrer Gesundheit früher verlassen. Mein 2. Plan war mit den anderen deutschen Volontären in Salem zu Reisen. Da sie aber irgendein Fest haben, bei dem sie da sein müssen, wurde das auch nichts. Die nächste Idee war, nach Nagpur zu meinen Inder-Freunden von vor 3 Jahren zu fliegen. Das war schlussendlich aber sehr kompliziert und wäre sehr teuer geworden. Der letzte Plan war mit Shamila zu ihrer Familie nach Kanyakumari zu reisen. Da ihr Sohn allerdings gesundheitliche Probleme hatte, muss sie mit ihm für eine Behandlung in eine andere Stadt gehen.

 

Nach all den gecancelten Plänen, gehe ich nun am 31. Dezember bis zum 4.Januar nach Salem. Ich hoffe sehr, dass es trotzdem eine schöne Zeit wird, die ich zusammen mit den 2 Mädels genießen kann.

 

 

 

Weihnachten steht vor der Tür...

 

16.12.2017

Die letzten Wochen sind hier wirklich an mir vorbei geflogen. Durch die ganzen Vorbereitungen und Weihnachtsfeste bin ich sehr beschäftigt, aber jetzt erstmal der Reihe nach:

 

In der Schule bastelten Selli und ich einen Adventskalender für die Kinder. Jeden Morgen öffnen wir, in unseren Nikolausmützen, gemeinsam mit den Kindern einen bunten Briefumschlag. Auf dem Zettel steht ganz Verschiedenes, wie ein Spiel, Süßigkeiten, ein Lied oder Luftballons. Am Meisten lieben die Kids die Luftballons. Ihnen zu zusehen wie sie  Freude daran haben, macht auch mich sehr glücklich. Nebenbei nahmen wir ein paar Kinder nachmittags aus dem Unterricht, um mit ihnen Weihnachtsdekoration für die Schule und das Office in unserem Hostel zu basteln. Vor jedes Klassenzimmer haben wir nun eine bunte Papiergirlande und 5 Sterne nach Wahl in das Zimmer aufgehängt. Außerdem sind wir fleißig dabei mit ein paar Kids ein Tamil-Weihnachtslied einzustudieren und auch mit den Lehrern. Ich muss sagen, dass es ganz gut klappt. Am Nachmittag finden auch die Tanzproben von einer Jungs- und einer Mädelsgruppe statt. Ich habe dabei auch schon mein Glück versucht. Der Tanzstil ist echt komplett unterschiedlich zu der Deutschen, aber es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Ein paar Andere üben währenddessen das Krippenstandbild mit Maria, Joseph, Hirten und Könige. Dennoch sind viele Kinder nicht beschäftigt und sitzen nur rum. Selli und ich nehmen ab und zu ein paar Kinder und spielen mit ihnen Ball oder machen mit ihnen Musik.

 

Die ersten Freiwilligen in Madurai führten bei den Lehrern Wichteln ein. Somit haben wir letzte Woche unseren „Christmas friend“ gezogen und müssen auf den 22. Dezember, an der die Weihnachtsfeier unserer Schule stattfindet, eine Kleinigkeit besorgen. Alle Lehrer freuen sich immer total darüber und man versucht über ein paar Ecken heraus zu finden, was die Person gerne hätte. Alle sind total aufgeregt und aufgedreht, das ist echt sehr amüsant.

 

Für die Weihnachtsfeier sollen Selli und ich einen Silk-Sari (beste Qualität) tragen. Da wir davon nicht wirklich eine Ahnung haben, fragten wir ein paar Lehrerinnen, ob sie am Wochenende Zeit haben, um uns zu begleiten. Schlussendlich waren wir mit 2 Lehrerinnen unterwegs. Eine davon brachte ihre kleine Tochter mit. Sie ist wirklich total süß! Der Ausflug war Allgemein sehr schön und ich habe die Atmosphäre genossen.

 

Neben den ganzen Vorbereitungen an unserer Schule, besuchten wir bisher mehrere Weihnachtsfeiern, zu denen wir eingeladen wurden. Da kam es auch vor, dass wir spontan eine kurze Rede oder ein Lied vorsingen mussten. In Indien läuft alles sehr spontan ab…. ;) Auffallend ist bei den Feiern, dass sie alle im Prinzip genau gleich ablaufen, manchmal sogar mit dem gleichen Lied. Zu Beginn tanzt ein Mädchen alleine als Eröffnungstanz, danach gibt es einen Tanz von Schülern, eine Rede, ein kleines Theaterstück, nochmals einen Tanz und als Abschluss das Standbild an der Krippe.

 

In den letzten Wochen hatte ich eine wirklich tolle Zeit und fühlte mich sehr wohl. Allerdings arbeitet man im Moment nur auf die Weihnachtsfeier hin. Was ist danach? Mit dieser Frage beschäftige ich mich gerade sehr. Ich hoffe sehr, dass wir uns neu orientieren können und eine neue Aufgabe, die uns Spaß macht finden werden.